Zusammenarbeit

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4 Das Kind im Mittelpunkt

Das Kind steht mit allen Stärken und Schwächen im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Wir nehmen es individuell an und begleiten es in seiner Weiterentwicklung.

Hierbei werden die persönlichen Stärken im Rahmen der kindlichen Entwicklung kontinuierlich gefördert. Dabei ist besonders wichtig, dass die Grundbedürfnisse und Rechte eines jeden Kindes berücksichtigt werden und ein ausgewogenes pädagogisches Angebot/ Programm für jede Stufe der Entwicklung vorhanden ist.

Wir begleiten die Kinder in einer der sensibelsten Phasen ihres Lebens. In der Zeit bis zum Schuleintritt werden die Weichen für ihr späteres Leben gestellt. Diese große Verantwortung teilen wir mit den Eltern. Wir möchten sie in der Erziehung und Förderung ergänzen und unterstützen, können sie aber nicht ersetzen.

5 Die Bedeutung des Spiels

Durch das Spiel entwickelt sich das Kind in seiner gesamten Persönlichkeit d. h. seine körperlichen, geistigen, seelischen Kräfte und Fähigkeiten werden hierbei angeregt und entfalten sich.  Die Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit bekommt eine besonders große Bedeutung für die gesamte kindliche Entwicklung.

Spielen ist aus dem Leben des Kindes nicht wegzudenken.

Aus der Art des Spielens, dem Ideenreichtum, der Lebendigkeit und dem Vertieft sein erfahren wir vieles über die Art des Kindes zu denken und zu fühlen.

So wie beim Erwachsenen die Sprache, ist für das Kind das Spiel das geeignete Mittel, seine Gefühle, Vorstellungen und Wünsche auszudrücken.

Neue Funktionen, Verhaltensweisen, Handlungsabläufe und Rollen werden dabei gleichzeitig gelernt und geübt.

Aus den Erfahrungen, die es beim Spiel macht, zieht es Nutzen für seine Anpassung an die Realwelt.

In der kindlichen Vorstellung fließen Phantasie und Wirklichkeits-Denken eng ineinander, und indem das Kind beide immer wieder gegenüberstellt, lernt es, sich mit den Grenzen und Verhaltensweisen seiner Umwelt auseinanderzusetzen.

Das Kind nimmt im Spiel Regeln auf. Sein Selbstbewusstsein wird durch Erfolgserlebnisse   bestärkt, Ausdauer und Konzentration werden geübt.

Der Wortschatz und das Begriff-Denken werden gefördert und erweitert.

Durch das Spiel hat das Kind die Möglichkeit, sich aktiv mit sich und der Umwelt auseinander zu setzen und abzureagieren. Es erwirbt Geschicklichkeit und nimmt an Steuerungsvermögen zu.

6 Bildungsziele

Die im Folgenden benannten Bildungsziel sind angelehnt an den „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder“ sowie „Die Arbeit mit Kindern unter 3 Jahren-Handlungsempfehlungen zum Orientierungsplan“.

 

6.1 Emotionale Entwicklung und soziales Lernen

 

Emotionale Entwicklung bedeutet, seine Gefühle zu erkennen, sie ausdrücken und damit umgehen zu können. Die Grundlage dafür wird in der frühen Kindheit gelegt. Sie ist eine Voraussetzung für soziale Verantwortung und Rücksichtnahme.

Wir schaffen eine wertschätzende Atmosphäre, indem wir den Kindern Verlässlichkeit und emotionale Sicherheit im Umgang mit den eigenen Gefühlen bieten. Dazu gehören auch Respekt, Akzeptanz, das Ernst nehmen der Gefühle von Kindern und Erwachsenen, Stärkung der Lebensfreude und der Umgang mit negativen Gefühlen.

Die Nutzung von Alltagssituationen, Rollenspiele und Kinderliteratur bieten dafür Möglichkeiten.

6.2 Entwicklung kognitiver Fähigkeiten

 

Kognitive Fähigkeiten herauszufordern ist für uns eine selbstverständliche Aufgabe und Grundlage für die eigenverantwortliche Lebensgestaltung des jungen Menschen.

 

Eine differenzierte Wahrnehmung ist Grundlage kognitiven Lernens. Bereits kleinste Kinder bekommen viele Gelegenheiten um alle ihre Sinne zu nutzen und sich die Welt zu erschließen.

Durch den Umgang mit verschiedenen Spielmaterialien (aus dem Alltag und der Natur) in vielen unterschiedlichen Formen, Farben und Mengen entwickelt sich das Symbolverständnis, die Merkfähigkeit, die Auffassung und Erfassung von Mengen. Das Gedächtnis wird durch das Erlernen von Reimen, Liedern und Geschichten trainiert. Durch Memory und anderen Gesellschaftsspielen wird die Merkfähigkeit gefördert.

Sie machen Erfahrungen im Umgang mit der Umwelt indem sie Reaktionen auf ihre Aktionen erhalten.

Kinder können erfolgreich und mit Freude lernen, wenn eine fehlerfreundliche Atmosphäre herrscht und Experimente zum Alltag gehören.

6.3 Körper – Bewegung – Gesundheit

Bewegung ist Voraussetzung für Lernen und hat im Zusammenspiel mit der Wahrnehmung eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung.

Durch die Bewegung entwickelt sich bei den Kindern ein gutes Körpergefühl. Beim Ausprobieren lernen sie ihre Stärken kennen und erfahren Grenzen.

Das Spiel ermöglicht dem Kind, von großen, grobmotorischen zu detaillierten, feinmotorischen Bewegungsabläufen zu gelangen. Der Erwerb motorischer Fähigkeiten ist Voraussetzung für die Bewältigung weiterer Entwicklungsschritte.

Für die körperliche Entwicklung und Gesundheit von Kindern ist nicht nur Bewegung mit ausreichenden Ruhepausen wichtig, sondern auch eine ausgewogene Ernährung. Essen und Trinken sind wichtig für das Wohlbefinden. In diesem Zusammenhang spielt auch die Hygiene eine wichtige Rolle.

Dieses Verständnis für die Zusammenhänge von Bewegung, Ernährung und Gesundheit, erlernen die Kinder, weil sie sie in unserem Tagesablauf erleben.

 

6.4 Sprache und Sprechen

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Sprachentwicklung.

Die Sprache ist das wichtigste zwischenmenschliche Kommunikationsmedium, um sich zu verständigen. Sprechen lernen ist eine der wichtigsten Lernleistungen kleiner Kinder.

Sprachliche Bildung ist grundsätzlich in unserem Alltag integriert.

Unser Ziel ist es, das Sprachverständnis und die Sprechfähigkeit durch Kommunikation mit dem Kind zu fördern.

Die Kinder werden zum Sprechen animiert, indem wir sie bei ihren Aktivitäten sprachlich begleiten und auf ihre Äußerungen eingehen.

Dies geschieht auch mit Hilfe von Liedern, Singspielen, Bewegung und Büchern.

6.5 Lebenspraktische Kompetenzen

Hilf mir es selbst zu tun“

Dieser Ausspruch von Maria Montessori ist ein Leitsatz unserer Arbeit.

 

Lebenspraktische Fähigkeiten lernen Kinder bei uns von klein auf durch eine Fülle von Lerngelegenheiten. Hierzu gehört auch unser Frühstücksbüfett.

Sie üben ganz nebenbei verschiedene entwicklungsrelevante Fähigkeiten wie:

 

  • selbstständige eigene Versorgung
  • tägliches häusliches Tun
  • handwerkliche und technische Fähigkeiten
  • Erkundung der Lebenswelt

 

Selbstständigkeit und die Sicherheit, alltägliche lebenspraktische Herausforderungen gut zu bewältigen, sind positive Voraussetzungen für selbstständiges Lernen auch in anderen Erfahrungsfeldern.

 

6.6 Mathematisches Grundverständnis

Sprachliche Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für den Erwerb eines mathematischen Grundverständnisses.

Neben Projekten wird der Alltag genutzt, um elementare Erfahrungen mit dem Ordnungssystem der Mathematik und mit physikalischen oder chemischen Eigenschaften zu machen.

Hierbei wird unter anderem das Zählen von Kindern im Stuhlkreis (die anwesend sind oder fehlen) genutzt.

Ein guter Einstieg in die Mathematik ist das Klassifizieren, Sortieren und Zuordnen. Eine Vielzahl an natürlichen Materialien wie Steine, Muscheln oder Blätter, aber auch Alltagsgegenstände laden dazu ein.

Beim Malen. Basteln und Bauen kann die Auseinandersetzung mit verschiedenen Körpern (Würfel, Quader, Kugel) und Flächen (Quadrat, Rechteck, Dreieck) angeregt werden.

 

6.7 Ästhetische Bildung

Ästhetik umfasst alles sinnliche Wahrnehmen und Empfinden. Von Beginn an nimmt das Kind durch Fühlen, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen Kontakt mit seiner Umwelt auf, und zwar mit der Gesamtheit seiner Sinne.

Es nimmt seine Umwelt wahr.

Neben dem ästhetischen Empfinden werden die Feinmotorik und Körperkoordination, die Nah- und Fernsinne sowie Konzentration und Ausdauer angeregt und gefördert.

Dadurch werden kreative Prozesse in Gang gebracht.

Damit die Kinder ihre Kreativität und Fantasie eigenständig ein- und umsetzen können, liegen immer ausreichend Materialien aus.

Die Kinder werden in ihrem natürlichen Drang bestärkt, Alltagsmaterialien in ihre Spiele

und Aktivitäten einzubringen. Der stets vorhandene Wunsch, sich auszuprobieren und ständig Neues zu entdecken kann hierbei von dem Kind in dem für sich richtigen Maß umgesetzt werden. Aus unserer pädagogischen Sicht ist nicht das fertige Produkt, sondern der Weg dorthin, wichtig.

Über Sprechgesang, Sing- und rhythmische Spiele und Lieder erschließen sich die Kinder klassische Toneigenschaften der Musik.

 

6.8 Natur und Lebenswelt

Die Begegnung mit Natur und Erkundungen der Umgebung erweitern und bereichern den Erfahrungsschatz der Kinder.

Es ist uns wichtig, dass die Kinder die Natur im Zusammenhang, als Lebensraum für Pflanzen und Tiere kennen lernen.

Die Kinder bauen, gestalten und konstruieren mit natürlichen Materialien. Hierbei erlernen sie die Eigenschaften oder den “Eigensinn“ elementarer Kräfte wie Wasser oder Erde oder die Einzigartigkeit natürlicher Formen.

Bei der Erkundung von Natur und Lebenswelt kommt der ganze Körper eines Kindes zum Einsatz.

Bei Kindern unter drei Jahren verlangt dies eine Lernumgebung, in denen Dinge und Personen überschaubar, aber gleichzeitig auch vielfältig sind.

 

6.9 Ethische Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz

Schon von klein auf spüren Kinder Glück und Trauer, Geborgenheit und Verlassenheit, Vertrauen und Angst. Dies sind existentielle Erfahrungen, die von kleinen Kindern intensiv gelebt werden.

Woher komme ich? Wozu bin ich da? Wo gehe ich hin? - Das sind Fragen, auf die Kinder eine Antwort haben möchten. Mit diesen Fragen müssen sich die Kinder ernst genommen fühlen.

Mit Geschichten und Erzählungen helfen wir positive Grunderfahrungen zu machen.

Geborgenheit, Vertrauen und Angenommen sein sind die Wichtigsten.

Wir helfen Ihnen Wertmaßstäbe zu entwickeln und zu lernen, was gut und böse ist.

Sie lernen vor allem durch das Vorbild der Erwachsenen und durch gelebte Demokratie.

Durch Rituale geben wir Orientierung und Strukturierung des Alltags.