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7 Pädagogisches Konzept

Im folgenden Kapitel wird unsere pädagogische Arbeit einzeln aufgegliedert.

7.1 Eingewöhnung

 

Eine große Herausforderung für Eltern und Kinder ist der Übergang von der Familie in die Kindertagesstätte. Sie erfordert große Lern- und Anpassungsleistungen und ist mit starken Emotionen, wie Trennungsschmerz verbunden.

Eltern und Kinder müssen sich voneinander lösen, Vertrauen in die Kindertagesstätte finden und eine Beziehung zu neuen Bezugspersonen aufbauen.

 

Um die Trennung von den Eltern für die Kinder so individuell wie möglich zu gestalten, ist uns eine enge Zusammenarbeit wichtig.

Vor der Neuaufnahme werden Gespräche mit den Eltern geführt, die Kinder können sich in unserer Einrichtung umschauen.

Ein Schnuppertag vor Beginn der Kindergartenzeit wird von uns angeboten.

Dieser kann nach den Bedürfnissen der Kinder mit oder ohne Elternbegleitung stattfinden und zeitlich variieren.

 

Bei der Eingewöhnung von Krippenkindern ist viel mehr Zeit und Elternzusammenarbeit nötig.

Wir gestalten sie nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder und Eltern und orientieren uns dabei an dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“

Es sollten von den Eltern ca. 1- 3 Wochen eingeplant werden, wo sie für die Kindertagesstätte rufbereit sind.

 

 

7.2 Pflege und Ernährung

Nur wenn Kinder gut eingewöhnt sind und Vertrauen entwickelt haben, sind sie auch bereit, sich von uns pflegen zu lassen. Körperpflege ist immer gleichzeitig eine Einzelzuwendung, mit Zeit für Gespräche, Gesten und absolutem Respekt vor der Intimsphäre des Kindes. Bei Bedarf werden die Kinder gewickelt und erhalten die nötige Hilfe beim Toilettengang.

Essen in der Gemeinschaft stärkt den Zusammenhalt in der Gruppe und bietet vielfältige Bildungs- und Sprechanlässe.

Für Kinder aller Altersstufen sind feste Mahlzeiten ohne Essenszwang Teil eines verlässlichen Tagesablaufs.

 

 

7.3 Tagesstruktur – Wochenablauf

Wir geben den Kindern mit wiederkehrenden Abläufen im Tages- und Wochenplan Sicherheit und Orientierung. Die Kinder brauchen diese strukturierten Abläufe, die aber nicht immer unumstößlich gelten können.

Der Tagesablauf wird z.B.an Geburtstagen und sonstigen besonderen Anlässen verändert.

 

In der Regel sieht unsere Tagesstruktur wie folgt aus:

 

~ 7.30 – 8.00 Uhr Frühdienst

 

~ 8.00 – 10.30 Uhr Freispiel und Angebote

 

 

dazwischen

 

~ 8.45 – 9.45 Uhr Frühstücksbüfett

 

~ 11.00 Uhr – je nach Wetterlage etwas früher oder später - Aufräumen

 

Stuhlkreis mit Liedern, Spielen, Geschichten und Gesprächen.

 

~11.30 – 12.30 Uhr Freispiel draußen – Abholphase

~12.30 – 13.15 Uhr Mittagessen

 

~ 13.15 – 14.00 Uhr Freispiel draußen – Abholphase

 

 

Montag – Turntag

 

Montags ist Bewegung angesagt. Zu diesem Zweck haben die Kinder ein T-Shirt, eine bequeme Hose und Turn- oder Hausschuhe mit. Sie kommen zur gewohnten Zeit in die Einrichtung.

Für das Bewegungsangebot nutzen wir einen Raum im Gemeindehaus der Kirchengemeinde, wo sich die Kinder später entweder selbstständig oder mit Unterstützung umziehen.

Es wird in einem Gruppen geturnt. In der Zeit von ca. 9.45 Uhr bis ca. 11.00 Uhr und können sich die Kinder unter Anleitung von zwei Erzieherinnen, in verschiedenen Bereichen ausprobieren.  Die Bewegung fördert die Köperwahrnehmung, die Koordination, den Gleichgewichtssinn und die Motorik.

Das Bewusstsein der eigenen Person wird hierdurch gefestigt.

Das Turnen gibt den Kindern Gelegenheit, im zwischenmenschlichen Bereich für ihre Entwicklung wichtige Sozialerfahrungen, wie zum Beispiel:

  • sich mit Regeln auseinandersetzen,
  • warten bis sie an die Reihe kommen,
  • Rücksicht auf andere Kinder nehmen.

zu sammeln.

 

Nach Beendigung der Turnzeit ziehen sich die Kinder wieder um.

Dienstag – Spielzeugtag

 

Am Dienstag ist es jedem Kind freigestellt, ein ihm besonders wichtiges oder geliebtes Spielzeug mit in die Einrichtung zu bringen.

Es steht Ihm frei, sein Spielzeug auch den anderen Kindern zur Verfügung zu stellen.

 

Mittwoch – Kochtag

Zwei Kinder aus der Gruppe haben sich ein warmes oder kaltes Gericht ausgesucht und bereiten es mit Hilfe einer Erzieherin für die ganze Gruppe vor. An diesem Tag wird an einer langen Tafel gemeinsam gegessen. Dann werden wieder zwei Kinder für die nächste Woche ausgesucht, deren Bilder im Gruppenraum an der Kochmütze ausgehangen werden.

Donnerstag – Ev. Andacht

Alle zwei Wochen findet eine Kindergartenandacht mit einem der beiden Pastoren statt. Das Thema wird von den Pastoren am Kirchenjahr ausgerichtet und für alle Altersstufen angepasst. Wenn möglich findet jede 2. oder 3. Andacht in der Kirche statt.

 

Freitag – Maxitag

An diesem Tag findet ca. ½ Stunde eine besondere Förderung der zukünftigen Schulkinder, bei uns Maxis genannt, statt. Außerhalb der ganzheitlichen Förderung wird dort nochmal auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schulanfänger eingegangen.

 

7.4 Frühstück „Gedeckter Tisch“

 

Ein wichtiger Aspekt unserer pädagogischen Arbeit ist das Frühstück „Gedeckter Tisch“.

Von Montag bis Freitag, außer am Mittwoch, frühstücken wir an einem Tisch mit 8 Plätzen innerhalb von zirka einer Stunde.  In dieser Zeit kann individuell entschieden werden, wer wann mit wem und wie lange zusammen essen möchte. Die Kinder erhalten, wenn nötig Unterstützung von der Gruppenkraft. Eine Gruppenkraft ist immer mit am Tisch.

Die Frühstückszeit beginnt, wenn das Frühstück mit einem Glöckchen eingeläutet wurde.

 

Auf dem Frühstückstisch bieten wir in der Regel immer täglich an:

  • Müsli, Cornflakes
  • Frisches Obst
  • Frisches Gemüse
  • Brot (wird teilweise selber gebacken), Knäckebrot
  • Wurst
  • Käse
  • Marmelade
  • Milch
  • Tee
  • Mineralwasser
  • Apfelschorle

 

Wenn ein Kind zu Ende gefrühstückt hat, räumt es das benutzte Geschirr ab und deckt für ein nachfolgendes Kind neu ein.

Durch erneutes Läuten mit dem Glöckchen wird den Kindern signalisiert, dass die Frühstückszeit langsam zu Ende geht.

Dadurch lernen sie, sich selbst einzuschätzen, Aufgaben und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

 

7.5 Freispiel

Das Freispiel stellt im Erleben des Kindes den größten Zeitraum des Tages dar, es ergibt sich aus der Situation und seinen Bedürfnissen.

 

  • das Kind wählt selbst aus, was es spielt;
  • es bestimmt selbst, mit wem es spielt;
  • es entscheidet selbst, wo und wie lange es spielt;
  • auch das Wie, also die Art und Weise des Spielverlaufes bestimmt das Kind.

 

Dies ereignet sich alles im Rahmen der vorhandenen Gegebenheiten, Möglichkeiten und Grenzen.

Freispiel kann immer dann stattfinden, wenn wir die erforderlichen Bedingungen schaffen bzw. anbieten.

Diesen Freiraum hat das Kind stets, wenn es nicht in einer von der Erzieherin geführten Aktivität einbezogen ist.

Es bedeutet nicht, dass das Kind sich selbst überlassen wird.

Im Gegenteil, gerade diese Phase des Spielens und Handelns ist stark von Phantasie geprägt und gibt uns Erzieherinnen die Möglichkeit, durch intensive Beobachtung seinen Entwicklungsstand und seine Fortschritte festzustellen.

 

 

 

Nimm mir die Steine nicht aus dem Weg,

sondern zeige mir, wie man sie überwindet“.

(Prof. Dr. Renate Zimmer-Universität Osnabrück)

 

 

7.6 Projektarbeit – altersspezifische Angebote -  Kleingruppenarbeit

 

Projekte werden gemeinsam vom Team und den Kindern geplant und durchgeführt.

Interessen, Bedürfnisse und Wünsche der Kinder werden berücksichtigt.

Das Projekt läuft solange das Interesse der Kinder besteht.

Projekte sind arbeits- und zeitaufwendiger als Beschäftigungen und setzen mehr Planung, Vorbereitung sowie Absprachen im Team, mit Eltern und mit anderen Personen voraus.

Da die Projektarbeit sowohl Alters übergreifend als auch nicht geschlechtsspezifisch ist, haben alle Kinder die Möglichkeit sich nach ihren Interessen, Neigungen und Fähigkeiten einzubringen und sich zusätzlich mit für sie interessanten aber noch unbekannten Dingen nach eigenem Zutrauen auszuprobieren.

 

Ein Projekt hat keinen zeitlich begrenzten Rahmen und da die Kinder einen ganz eigenen Rhythmus haben, kann ein Projekt sich durchaus über mehrere Monate hinziehen. Es kann zur Entstehung von Zusatzergebnissen kommen, die vorher nicht eingeplant waren, aber für das Interesse und die Bedürfnisse der Kinder relevant sind.

 

Projektarbeit ist auch im Rahmen des KitaG und im Konsens mit dem Orientierungsplan ein wichtiger Baustein unserer Arbeit.

 

7.7 Stuhlkreis

 

Unser Stuhlkreis findet jeden Tag meistens vor dem Aussenspiel statt.

Im Stuhlkreis können die Kinder Erlebnisse oder Neuigkeiten erzählen und es werden Ankündigungen für den Tag oder bestimmte Ereignisse gemacht. Zu Beginn des Stuhlkreises beten wir ein kleines Gebet, das mit unserem Gebetswürfel ausgesucht wird.

Um den Bedürfnissen der U3 Kinder gerecht zu werden, teilen wir die Gruppe nach Bedarf.Je nach Absprache mit den Kindern oder momentaner Situation finden altersgerechte Angebote statt,

  • Bilderbuchbetrachtung und Geschichten,
  • Kreis-, Bewegungs- und Fingerspiele,
  • Lieder, Gespräche,
  • Projektbesprechung.
  • Gebet.

 

Selbstverständlich greifen wir auch hierbei spezielle Wünsche der Kinder auf.

Die täglichen Zusammenkünfte der gesamten Gruppe haben folgende Ziele:

  • Stärkung der Gruppenzusammengehörigkeit,
  • Förderung der Sprachentwicklung
  • Vermittlung des Zahlen- und Mengenverständnisses,
  • Schulung der Gesprächsführung durch Zuhören und Ausreden lassen
  • Er dient uns und den Kindern zur gegenseitigen Wahrnehmung.
  • Einstellen auf die Aktionen des Vormittags

Diese Form des Stuhlkreises findet bis auf wenige Ausnahmen täglich statt. (siehe Wochenablauf)

 

Geburtstage:

 

An diesem Tag gibt es einen Geburtstagskreis. Der Geburtstagskreis hat seine eigenen Regeln und geht auf die Wünsche des Geburtstagskindes ein.

 

 


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